Donnerstag, 17. Dezember 2015

Ernährungsupdate: 95% vegan

Hallo ihr Lieben!

Ein kleiner Zwischenbericht an der Ernährungsfront - bevor die Feiertage kommen und ich ein paar Ausnahmetage machen muss/will.

Vor kurzem habe ich euch berichtet, dass meine Haut und die Psoriasis sehr schlecht auf Eier reagiert (Link zum Reiztest). Das hängt mit der darin enthaltenen Arachidonsäure zusammen. Diese ist in allen tierischen Produkten (unterschiedlich hoch) enthalten und fördert Entzündungsprozesse - was sehr schlecht bei rheumatischen Erkrankungen (wie eben Schuppenflechte) ist.

Ich habe dann einige Zeit Fleisch nur am Wochenende gegessen, aber selbst diese normale/geringe Menge (kombiniert mit ein bisschen laktosefreiem Ziegenkäse) reichte aus, dass ich blöde Risse am Montag hatte - echt unlustig und unnötig. Offene Handflächen sind echt schmerzhaft und das bisschen Fleisch/Käse echt nicht wert! So umwerfend toll schmeckt es echt nicht - ein Glück, dass ich noch nie ein Fleischtiger war. Der Verzicht oder die Entscheidung von nun an VEGAN zu essen fiel sehr leicht.

Umstellung
Ändern musste ich dafür wenig. Milchprodukte esse ich schon lange nicht mehr und der Fleischkonsum war schon immer sehr gering. Nur den leckeren laktosefreien Ziegenkäse trauerte ich wenige Tage hinterher und ich koche nun auch am WE für meinen Mann und mich unterschiedlich. Vegan ist für ihn eher unvorstellbar, aber der Partner muss ja nicht mitziehen finde ich. Die Eigenmotivation ist bei mir ja ohne Hilfe da und ich blicke nicht schmachtend sein Steak an. :D Da muss er auf nichts verzichten, weil ich mich sonst nicht "beherrschen" kann. Alles ganz problemlos und ohne Belastung des Partners.


Speiseplan Ergänzung:
Ein bisschen machte ich mir als Neu-Veganerin Sorgen um Eiweißzufuhr und das ich noch mehr Obst/Fruchtzucker esse als schon vorher. Aber meine beste Freundin half hier mit einem leckerem Humus-Rezept (wer mir auf Instagram folgt, hat meine Leidenschaft für die pürierten Kichererbsen schon bemerkt!). Humus ersetzt nun meist mein Obstmüsli mit Mandelmus am Abend und bringt das bisher vernachlässigte Gemüse auf den Tisch (Radieschen, Karotten, Paprika, Gurken), das ich zum puren Humus futtere.

5% Tier?!
Manche Ausnahmen esse ich sehr bewusst, wie zB Honig. Den vertrage ich auch in sehr großen Mengen, wie manche Fressanfälle schon bewiesen haben :D und ihm wird auch eine sehr gute entzündungshemmende Wirkung nachgesagt! Beim Essen-gehen achte ich darauf vegan zu bestellen, aber es ist für mich nicht zwingend. Wir gehen sehr selten essen und ich bestelle je nachdem ob es die Speise wirklich Wert ist und wie es meiner Haut gerade geht Fleisch oder doch etwas vegetarisches/veganes. Bei Familienessen, die "zum Glück" nur alle paar Wochen sind, kann ich eher schlecht ausweichen, aber die werden mich nicht umbringen und Mamas selbstgemachte Rindsroulade ist es Wert ;)


Gesundheit vor Moral
Mit dem Vegan-essen habe ich schon oft geliebäugelt, weil es für mich die moralisch einzig richtige Entscheidung ist. War auch ein Grund wieso ich Fleisch auf das Wochenende reduziert habe (neben den hohen Kosten). Man kann auch gut leben mit weniger getöteten Tieren! Fleisch sollte ein Genussmittel sein. Etwas das man mit Respekt isst und sich verdient - früher gingen die Männer jagen und sahen dem Tier, dass sie nacher aßen, in die Augen. Heute ist das total unpersönlich und niemand will sich das Gesicht vom heutigem Schnitzel vorstellen.
Aber gut ich schweife ab.
Die Entscheidung jetzt 95% vegan zu essen ist vorrangig für meine Gesundheit! Wenn sich doch Mängel oder Probleme entwickeln, würde ich wieder mehr "Tier" in meinen Speiseplan einbauen. Ich hab nix davon, wenn ich ohne Schuldgefühle und mit den besten Absichten auf Fleisch verzichten, dadurch aber dann doch irgendwie leide oder krank werde. Wobei ich nie wieder täglich Fleisch essen würde. Ich hab das ganze Jahr gemerkt, dass es prima als Wochenend-Fleischesser geht. :)
Und überhaupt esse ich jetzt seit mehreren Wochen (ich glaub seit Anfang November) vegan und es hat nichts an meiner Ausdauer oder Kraft und Energie geändert - und ich erwarte auch keine Probleme eigentlich.

Wie ernährt ihr euch?
Legt ihr manchmal bewusst vegetarische oder vegane Tage ein?
Oder seid ihr schon länger ein Fleischverweigerer?
Was hat euch zur Umstellung bewegt und wie ging es euch?
Lieblingsrezepte in Sachen Vegan & Gesund für mich und andere Leser?
Was hilft euer Haut und welche Lebensmittel vertragt ihr gar nicht?
Seid ihr auch Humus-Fans?

Kommentare:

  1. Huhu Lenja, finde ich super :-) Ich esse seit über zwei Jahren fast nur pflanzlich. Wegen der Tiere, Massentierhaltung etc. Wäre es anders, würde ich wohl ab und an Fleisch essen, ich war aber auch nie der große Fleischesser. Dazu habe ich eine LI, Käse esse ich nur noch ab und an auf Pizza. Selten Eier und kleine Krabben, wenn es hoch kommt 5-6 mal im Jahr. Man muss halt umdenken und viel probieren. Essen muss auch glücklich machen. Viel Erfolg weiterhin, Lg Isa (Dein Calo wärmt toll)

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    1. Hallo Isa!
      Freut mich, dass mein Calo dich verlässlich wärmt :)
      Ja wenn ich Pizza bestelle, was zwar selten passiert, aber wenn dann würde ich einfach immer mit Schafskäse statt normalem Pizzakäse bestellen. Den liebe ich und ist eine gesündere Sünde ;)

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  2. Hey Lenja,

    da ist unsere Ernährung ja nun doch ziemlich gleich geworden! :) Diese Ernährungsform, die ich auch gern "95% vegan" nenne, wenn ich gefragt werde, betreibe ich nun seit zweieinhalb Jahren und komme sehr gut damit klar. Da der Grund dafür bei mir auch schon immer die Gesundheit war und ich schon vorher Priorität auf nährstoffreiche, ausgewogene und gut verdauliche Ernährung gelegt habe, hatte ich nie Probleme mit Mangelerscheinungen oder ähnlichem. Über die ganze Lektüre in der Zeit habe ich auch alle Ängste abgelegt, dass vegane Ernährung irgendwie "kompliziert" ist oder ich auf vieles achten muss.
    Die 5%-Ausnahme kommt bei mir der Einfachheit halber zum Einsatz, wenn ich unterwegs bin (oder doch mal absolut nicht widerstehen kann beim Feta auf dem Salat). Diese Ausnahmen sind aber inzwischen sehr fest und beziehen sich auf ganz wenige Lebensmittel, ansonsten brauche ich sie nicht, schon gar nicht für Fleisch.
    Was das Eiweiß angeht, so habe ich in letzter Zeit tatsächlich zu viel davon zu mir genommen! Die Menge, die der Mensch braucht, ist nicht so hoch wie oft angenommen und durch Pflanzenmilch, Chia-Samen und andere "Superfoods", die ich dauernd esse, ist der Bedarf problemlos abgedeckt.

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    1. Hallo Jackie! :)
      Cool das du das auch so unkompliziert hälst wie ich. Deine Aussage zwecks Eiweiß beruhigt mich. Kannst du gute Bücher über vegan empfehlen?

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  3. Wie sieht es denn bei Euch mit Eisen aus? Mein Ferritin hatte sich innerhalb zwei Jahren auf 25 reduziert. Hatte auch mit Haarausfall Probleme. Meine Hautärztin sagte mir, als Vegetarier/Veganer müsse man immer supplementieren. Habt ihr diese Erfahrung auch? Lg Isa

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    1. Ich hab vor ca. 2 Jahren messen lassen und hatte einen etwas niedrigen Wert gehabt. Konnte ihn damals aber ganz leicht mit täglich Kräuterblut hochheben.
      http://waldelfentraum.blogspot.co.at/2014/05/laborwerte-eisen-zink-magnesium-vit-d.html
      Wie das jetzt ohne Fleisch aussieht kann ich erst in ein paar Monaten berichten.

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  4. Mein Mann hat bei uns den Anstoß gegeben für mehr veganes Kochen. Er hat wohl mal ein sehr grausames Video gesehen, dass ich gar nicht erst sehen wollte, weil ich sonst tagelang nicht mehr schlafen könnte... ich finde auch, Fleischkonsum wie früher wäre ok, aber so wie das heute ist, nein, danke. Mein Mann hat Neurodermitis und konnte auch eine Besserung feststellen. Weil er aber relativ oft und gezwungenermaßen mittags so Sachen wie abgepackten Kartoffelsalat zu seiner Semmel isst, nimmt er Vitamine. Ich nehme die ebenfalls, allerdings aus einem anderen Grund. Mein Herpesleiden hat sich dadurch so gut wie verabschiedet. Da ich mich gesund ernähre, stelle ich mir oft die Frage, wie schlecht unsere Nahrungsmittel eigentlich sein müssen. Ich fühle mich insgesamt weniger müde und ausgelaugt. Ich habe einige Kilos zugenommen, allerdings sehe ich das eher im Zusammenhang damit, dass ich auf die 40 zugehe und ein Sportmuffel bin :-)
    Und am Ende sehe ich das so: ein bisschen mehr vegan bei jedem Menschen würde so viel verändern für die Tiere, die Lebewesen sind wie wir und heutzutage unsere Hilfe bitter nötig haben. LG Tanja Christina

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    1. Hallo!
      Ja solche Videos würde ich mir auch gar nicht ansehen. Muss ich denn sowas sehen um zu wissen, dass Tiere gequält werden? Davon hätte ich nur schlaflose Nächte und einen lebenslangen Schock...

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  5. Das ist ja toll! Ich koche auch total gerne fleischlos und ohne MilPro. Beim Essen gehen kommt dann aber doch immer Fleisch auf den Teller, weil leider die vegetarischen Alternativen im Gasthaus meist nicht schmecken. Ach ja und ich hab einen Faible für Frischkäse, Topfenstrudel und Kuchen mit Quarkcremes ;)

    Wegen Eiweißmangel: es hat mir mal jemand erzählt, sie habe aufgrund einseitiger Vegan-Ernährung an Eiweißmangel gelitten. Gemerkt hätte sie es an Energielosigkeit und daran, dass die Fußsohlen dort wo sie weich sind, total hart und rauh wurden o_O keine Ahnung ob das einen ersten Hinweis geben könnte!

    Liebe Grüße, Luni

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