Sonntag, 6. März 2016

Private Sunday: Seminar in Traunkirchen

Hallo ihr Lieben!

Heute gibt es mal kein Gedingens zum Private Sunday, sondern ein kleiner Reisebericht. Ich war nämlich 1,5 Tage außer Haus wegen einem beruflichen Seminar und hab ein paar Fotos gemacht! :)


Donnerstag Morgen ging es los und da Seminare selten vor 9 Uhr anfangen, konnte ich sogar länger schlafen und ganz gemütlich aufstehen. Nachdem ich mich dann fertig gemacht habe, die kleine Reisetasche gepackt und kontrolliert war, konnte ich noch ein bisschen kuscheln mit den Katern und mich verabschieden. Finn hat das ausgiebig genutzt und an meinem Finger geknabbert.


Das Seminar fand in Traunkirchen statt, in einem Hotel, dass direkt am Traunsee liegt. Wunderschöne Kulisse, die am ersten Tag aber von vielen Wolken verdeckt wurde (am Morgen hat es sogar stark geschneit und es war ein kleines Verkehrschaos!). Wenn ihr mal in der Nähe seid, müsst ihr unbedingt kurz in Traunkirchen stehen bleiben. Die Sicht zum Traunstein ist hier besondes schön und es gibt eine süße kleine Kapelle auf einem Hügel umringt von Grün.

Traunstein links und genial leckeres Sorbet in Eisbecher aus Eis-pur rechts.

Wer mir auf Instagram folgt, hat mitbekommen dass ich ziemlich viel Futter eingepackt habe. Die Speisekarte vom Hotel war nämlich sehr fleischlastig und ich hatte keine Lust auf zwei Ausnahme-Tagen, so kurz nachdem ich erst die Motivation fand mich aus dem Jammertal rauszuarbeiten! Also habe ich 2x Avocadocreme fürs Frühstück eingepackt, Buchweizenbrot mit veganen Aufstrich und ein Glas voller Hafermandel-Riegel :D 
Aber das Hotel war wirklich klasse und ich bekam extra ein veganes Menü und wurde fast gemästet. Nach dem ersten Mittagessen hatte ich leider den ganzen Nachmittag Bauchschmerzen und hab mir geschworen niiiiiiie wieder etwas zu essen :( Ich vermute die Suppe war doch nicht vegan bzw. laktosefrei (bis auf die Croutons war es nämlich die selbe und das fand ich gleich suspekt).
Freitag hab ich daher eigentlich darauf bestanden, dass ich nur einen Salat bekomme... aber die Kellnerin war überfürsorglich und hat wohl gedacht ich hätte eine Essstörung und brachte mir dennoch eine Kürbiscremesuppe und ich konnte ihr nur schwer ausreden, dass ich nochmal Kartoffeln mit Gemüse bekomme und nur einen Salat will. Sehr lieb gemeint, aber es wäre viel zu viel gewesen!
Kulinarisches Highlight war aber das Sorbet serviert in einem Eisbecher - völlig aus Eis! Sowas cooles hab ich noch nie gesehen!! Der Ärger, dass ich gemästet werde mit 3-Gänge-Menü am Abend, verflog angesichts dessen. :D
Die Tatsache dass ich mich 95% vegan ernähre, sorgte natürlich für überraschte Blicke, freundschaftliche Hänseleien und interessante Gespräche mit meinen Kollegen. Natürlich sind die alle nämliche totale Fleischliebhaber und könnten sich so eine Ernährungsweise gar nicht vorstellen. Aber ich konnte sehr gut argumentieren mit meiner Schuppenflechte und dass es hauptsächlich eine gesundheitliche Entscheidung ist. Dass der Fleischgeschmack die Schmerzen echt nicht wert ist. Das verstanden die meisten dann doch :) Sie fanden es auch sehr toll, dass ich nicht alle paar Minuten davon erzählte und prahlte, dass ich mich vegan ernähre. Die Aussage fand ich total schräg, weil wer macht das denn?? Aber tja, ich konnte ihnen wohl zeigen, dass es nicht nur extreme oder nervige Veganer gibt :D


Freitag brachte nicht nur das Ende des Seminars sondern auch strahlend schönes Wetter. Ich war richtig verärgert, dass ich nicht doch die Wandersachen eingepackt hatte, wie ich mit meinem Kollegen vorher rumgescherzt habe. Nach dem Schneesturm am Tag davor, habe ich echt nicht damit gerechnet :( Was lernt man daraus? Wandersachen zur Sicherheit immer einpacken :D
Aber ich war dennoch fleißig, worauf ich sehr stolz bin. Donnerstag hab ich um 21 Uhr die Yoga-Matte (die im Hotelschrank für Gäste lag! Sehr cool oder?) ausgerollt und eine kleine Runde Pilates gemacht - tschakkaaaaa!! Und Freitag nach dem Seminar bin ich noch laufen gegangen :)

Das gefürchtete Seminar mit Auswärts-Essen habe ich also gut überstanden. :)
Wart ihr schonmal am Traunsee? Gmunden oder vielleicht sogar Traunkirchen?
Wie geht es euch beim Auswärtsessen? Gibt es schaurige oder lustige Geschichten?
Wie reagieren eure Kollegen oder neue Bekannte darauf, dass ihr vegetarisch oder vegan esst?
Müsst ihr regelmäßig negative Kommentare ignorieren deshalb? Euch oft rechtfertigen?

Kommentare:

  1. Oh die Bilder sind ja toll! Die Kulisse ist wirklich wunderschön! Ja man bekommt oft etwas zu hören, ich trinke keinen Alkohol und esse kein Fleisch und auf einigen Feiern habe ich dann schon keine Lust so Recht was zu erzählen wenn es alles so 1000% begeisterte Fleischis sind. Vegan zu leben ist toll, ich habe da grossen Respekt vor! Wie fandest du die Umstellung eigentlich? Dein Mann ist ja Fleisch, wie machst du das? Kochst du ganz normal für ihn? Liebste Grüsse! <3

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    1. Hallo Zoey :)
      Die Umstellung ging eigentlich schleichend. Milchprodukte und Fleisch habe ich die Jahre davor schon reduziert, nur Eier gab es noch öfters für Süßspeisen oder Rühreier. Das tat etwas weh zu streichen, aber die offenen Hände waren schmerzhafter und gaben den Ausschlag.
      Aus moralischer Sicht finde ich vegetarisch völlig ausreichend. Eier kann man sich ganz einfach in top-bio Qualität besorgen von glücklichen Hühnern (oder direkt vom Bauern) und bei Milch ist es ähnlich. Aber Milch fällt schon lange wegen der allgemeinen Ungesundheit von Milch weg.
      Ja ich koche ganz normal für ihn und extra für mich. Finde ich gar nicht kompliziert oder aufwendig. Ob ich nun in einem Topf oder zwei rühren muss ist ja kaum anders ;) Und unter der Woche essen wir eh zeitlich getrennt voneinander. Er mittags vorbereitete Aufläufe, ich Maki oder Overnight-Oats und abends löffelt er meist eine Suppe und ich Salat, Falafel, Humus oder so. ;)

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  2. Und wenn es aus ethischen Gründen gewesen wäre, hätten die Leute das dann nicht verstanden?
    Ich vergleiche das ja gern so:
    Viele Menschen in Österreich achten darauf, heimisches Obst und Gemüse und Fleisch zu kaufen. Nicht nur wegen der Qualität, sondern auch weil sie es blödsinnig finden, im Winter Erdbeeren zu essen. Oder weil sie die spanischen Gewächshäuser nicht unterstützen möchten. Es macht ihnen auch nichts aus, auf Erdbeeren im Winter zu verzichten und haben auch nicht das Gefühl, dass sie deswegen einen Mangel erleiden. Es gibt so viel andere gute Möglichkeiten.
    Kann man zwar nicht 1:1 auf vegane Ernährung umlegen, aber der Gedankengang ist ähnlich.

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    1. Hm es waren großteils junge Männer / Schlosser, Elektriker usw. und ganz klischeehaft gesagt: die sehen in vegan oder vegetarisch nur eine Einschränkung und möchten die Gründe auch nicht verstehen, weil sie sonst mit einer unbequemen Realität konfrontiert werden.
      Und mir ist eine Diskussion auch zu mühseelig. Ich will mich gar nicht lange erklären oder den Standpunkt näher bringen. Wer sich für Ernährung, Umwelt, Gesundheit usw. interessiert, der fragt eh nach und gibt mir vllt Zeit zu erklären. Alle anderen lass ich einfach sitzen :D

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