Mittwoch, 17. Mai 2017

Go Green in Babyschritten

Hallo ihr Lieben!

Ein sehr wichtiges Thema, mit dem ich mich schon länger beschäftigen will, aber nie so richtig den Kopf frei hatte. Scheinbar kann ich nur je ein Thema und Änderung in meinem Leben intensiv angehen und umsetzen. In den letzten Jahren war es der Reihe nach das Haarezüchten, Sport, die Haus&Garten-Gestaltung, gesündere Ernährung, Stilfindung, und zum Schluss das Thema Abnehmen und Gewicht halten.
Nun bin ich mit dem letzten Thema durch. Die Änderungen sind schon Routine und das neue Wissen ist abrufbar abgespeichert im Gedächtnis und muss nicht mühsam rausgesucht werden. Kcal-zählen läuft wie von selbst nebenbei, ist kein Aufwand mehr und mein Kopf ist nun frei für etwas neues.

Der Zierlauch öffnet sich endlich!

Schon seit Monaten wälze ich das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Kopf rum. Berichte und Prognosen über den Klimawandel und die Auswirkungen schlagen wie Wellen immer wieder im Radio oder Fernsehen an den "Mainstream-Strand" und rufen die Dringlichkeit in Erinnerung. Ich war aber lange einfach nicht bereit mich damit zu beschäftigen. Zu anstrengend und deprimierend ist das Thema und alleine etwas dagegen zu tun scheint unmöglich. Was soll ich kleine Einzelperson denn groß tun, wenn die geldgeile Industrie, hilflose Regierung und dumme, machtgiere Menschen es nicht begreifen und unseren schönen Planten zerstören?
Manchmal fasse ich deren Kurzsichtigkeit nicht. Ich habe schon so oft fiktive Zukunftsgeschichten gelesen oder in Filmen gesehen und frag mich immer, ob die noch nie ein Buch aufgeschlagen haben... Wer regiert so dumm, wenn er das Bewusstsein von "ein Planet & eine Erdenbevölkerung" errungen hat? Wir sollten uns nicht darauf konzentrieren andere Planten zum Auswandern zu finden, sondern diesen hier retten!!
Aber die Hände in den Schoß legen und erleichtert faul sein dürfen, ist auch keine Lösung. Wenn das nämlich ALLE tun, dann kommt es wirklich zur Katastrophe. Irgendjemand muss den Anfang machen und wenn viele etwas verbessern, ist es ein Anfang und zieht langsam Kreise.

Heute möchte ich kurz darüber Nachdenken was ich als Einzelperson in unserem Haushalt ändern kann. Kleinigkeiten und Babyschritte sind besser als nichts, man kann nicht von 0 auf 100 gehen. Verlangt niemand und ist auch schwer möglich. Der erste Schritt ist sich einfach Gedanken darum zu machen. Man muss es nicht sofort perfekt umsetzen. Sich einfach damit auseinander setzen, die Möglichkeiten überlegen und sich vorstellen wie das wäre. Und dann Stück für Stück ausprobieren.


Regional & Saisonal & Bio
Spart lange Anfahrtswege und damit CO2 Ausstoß.
- Tiefkühl-Obst/Gemüse verwenden! Sehr viel klimaschonender und nährstoffreicher, da gleich nach der Ernte eingefroren wird. Wird auch meist im eigenen Land produziert und abgepackt!
- Beeren in größeren Mengen ernten und einfrieren. Gefrierschrank ist da eine tolle Investition!
- Weit gereiste Früchte reduzieren. Ganz streichen verlangt niemand, aber müssen sie  wirklich  täglich sein? Benötige ich wirklich täglich 1 Banane für mein Porridge? Nein eigentlich nicht. Zum Süßen geht auch ein Löffel Biohonig vom Imker um die Ecke, falls es notwendig ist. Das spart 7 ganze Bananen pro Woche, 28 Bananen im Monat!! Ebenso Beeren: müssen es im Frühling Bio Heidelbeeren aus Peru sein? Sie sind lecker, aber unnötige Umweltbelastung. Tiefgefrorene Himbeeren gehen genauso! Erdbeeren aus Italien? Kann ich nicht 1 Monat länger warten und dann im Erdbeerland frisch pflücken? 
Natürlich wird es manchmal Ausnahmen geben und ich beschimpfe sicherlich niemanden, der sich doch mal etwas "ausländisches" gönnt. An Muttertag habe ich genüsslich den Erdbeerkuchen meiner Mama essen. Aber im täglichen Routineessen werde ich persönlich Änderungen vornehmen. Und ich bin ehrlich: ich musste ganz schön lange mit mir ringen :D Zu lecker finde ich mein Bananenporridge um so zackbumm darauf zu verzichten. Aber nach ein paar Tagen darüber nachdenken und einem zaghaften Testessen ohne Banane war die Sache auch abgesegnet. Man kann sich nämlich wieder umgewöhnen und mir ist unsere Umwelt wichtig als persönlicher Genuss.
- Saisonal essen ist sehr viel schwieriger umzusetzen, wenn man es nicht gewohnt ist. Ich bewundere schon lange Materialfehler, die total brav saisonal isst, oder auch Steffi von happyhealthysteffi, wo ich sehr gerne mitlese und Rezepte und Ideen hole. Das ist in etwa so wie der Umstieg von Fleischfresser zu Vegan. Plötzlich fallen so viele altbekannte Lebensmittel weg: "was zum Teufel esse ich dann überhaupt noch?!" Aber ich bin motiviert und will es stückchenweise probieren. Muss ja nicht täglich nur saisonal sein. Rantasten, gucken welche spannenden Gemüse und Obstsorten wann Saison haben und was man damit kochen kann. Wer sich jetzt rausreden will mit "ich weiß gar nicht was wann Saison hat", dem sei gesagt: es gibt online genug Saisonskalender, auch regions- oder länderabhängig. Unwissenheit gibt es dank Internet kaum noch ;) Nur Faulheit um es zu googeln.

Weniger Fleisch essen
Futteranbau für den hohen Fleischkonsum unserer Welt verdrängt immer mehr Regenwälder (80% des angebauten Soja ist nicht für menschlichen Konsum, sondern als Billigfutter für die Tiere! Das ignorieren manche Fleischtiger gerne und werfen uns Soja-Esser zu unrecht die Wälderrodungen vor).
Unser Haushalt ist hier schon relativ "grün". Ich ernährte mich 95% vegan, Fleisch nur wenn ich gar nicht drum rum komme bei Gästen auswärts (zB eine Lasagne von Mama lass ich nicht ungerührt stehen sondern esse ich einfach genussvoll, bei Schnitzel oder einem Braten widerrum esse ich jedoch nur die reichlichen Beilagen und Salat).
Mein Mann hat vegan ja letzten Dezember probiert, aber langfristig ist das nichts für ihn. Dank der interessanten Lektüre angeregt von meiner lieben Heike, weiß ich auch wieso. Mein Mann ist durch Stoffwechseltyp Eiweiß und Blutgruppe 0 einfach nicht dafür gemacht! Klingt wie eine billige Männer-Ausrede und lange habe ich an diese Einstufungen nicht geglaubt. Aber bisher haben die Testergebnisse bei allen Freunden so perfekt gepasst, dass mir keine Gegenargumente mehr einfallen :D Und auch bei mir bestätigt es nur wieso ich so gut vegan fahre. Ich bin Kohlenhydrattyp und mit Blutgruppe B kann ich sehr vielseitig essen. Ist immer gemein, dass ich als Prinzip-Veganer Milch so gut verdauen kann, während mein Mann (mit zusätzlich indischen Wurzeln) mega Magenkrämpfe bekommt. Er hat dreifache körperliche Gründe gegen Milch (Stoffwechseltyp, Blutgruppe, Gene).
Zurück zum eigentlichen Thema: mein Mann isst weiterhin Fleisch, jedoch bio und in vernünftigen Mengen und kaum noch stark verarbeitete Wurstprodukte. Gegen ein naturbelassenes Bio-Steak sage ich nichts. Am besten wäre noch direkt beim Bio-Bauern eingekauft. Dass macht meine Beste sehr vorbildlich und da muss ich mich erst rantasten. Im Laden fertig verpackt kaufen ist sehr viel bequemer und anonymer, aber ich sammel schon Adressen von Bio-Bauern in unserer Nähe und möchte das Thema "Direktkauf beim Bauern" bald realisieren.

Mein liebster Einkaufskorb, täglich mit dabei!

Müll vermeiden
Selbsterklärend eine Umweltbelastung und oft einfach nur Faulheit, Gewohnheit und mangels besseren Alternativen. Ich denke hier gibt es etliche Ansatzstellen, wo man Müll reduzieren kann. Zero-Waste wie einige beeindruckende Menschen schaffen will ich nur am Rande erwähnen. Das wäre natürlich wünschenswert, aber ich brauche Babyschritte dahin. Hier ein paar Ideen:
- Kaffeemaschine mit ganzen Bohnen statt Kapseln. Ups hier sind wir schuldig und das so völlig lächerlich weil wir beide keine Kaffeetrinker sind :D Ich hasse ihn und mein Mann mag ihn nur mit ganz viel laktosefreier Milch. Wir trinken eigentlich nie Kaffee aus unserer Kapselmaschine, die haben wir nur angeschafft für Gäste. Ok somit kein täglicher mega Müllberg, aber dennoch eigentlich unnötig... Ich muss mal mit meinem Schatz sprechen ob wir diese Maschine verkaufen und eine andere kaufen. Wobei ich am liebsten völlig darauf verzichten würde. Ich finde Kaffee immer noch ungesundes, sinnloses Getränk, aber ich glaub meine Beste kommt nie wieder zu Besuch, wenn ich ihr diese Koffeinlieferung verweigere :D
- Sodastream statt Mineralwasser aus Plastikflaschen. Ich selbst mag kein Sprudelwasser und trinke 98% nur Leitungswasser. Aber für Gäste haben wir den Sodastream und sparen uns so auch das Schleppen der Glasflaschen, was die zweitbeste Variante wäre - und meine Mama jetzt ganz brav macht :) Find ich toll von ihr!
- Plastiksackerl ablehnen. Das ist schon lange Routine bei mir und ich habe immer einige große Einkaufssackerl im Auto liegen plus meinen großen, altmodischen Einkaufskorb, ohne den ich selten das Haus verlasse.
- Plastikverpackung meiden. Möglichst zu losem Gemüse und Obst greifen. Klappt nicht 100%ig, aber schaffe ich immer besser. Und je mehr so einkaufen, desto eher stellt die Industrie um und bietet mehr unverpacktes an! Also dran bleiben!
- Eigene Behälter verwenden, keine Einwegverpackung. Meine Mama ging schon vor 15 Jahren mit ihren Tupperboxen zur Wurst- und Käsetheke und lies sich alles dort reinpacken. Spart enorm viel Müll. Ich würde persönlich jedoch Glasbehälter empfehlen. Gibt davon mittlerweile schon reichlich Auswahl an Größe und Form und sehr viel gesünder.
- Auf Geschenkspapier verzichten? Ich weiß nicht wie groß die Umweltbelastung durch Geschenkspapier ist, habe nicht nachgeforscht, aber logisch betrachtet ist es sicher eine nutzlose Müllvermehrung. Das merkt selbst der Laie spätestens an Weihnachten. Hier gäbe es sicher harmlosere Alternativen oder Methoden es zumindest zu reduzieren.
- Menstruationstassen statt Tampons. Ich verwende meine Meluna schon seit X Jahren und bin super zufrieden. Es gibt auch waschbare Stoffbinden, mit sehr lustigen Motiven. Daran hab ich mich noch nicht dran getraut, auch wenn ich es cool finde. Ebenso Stoffwindeln für die Babys.
- Müll trennen. Selbsterklärend hoffentlich. Wir haben 4 große Boxen wo wir Plastik, Papier, Glas und Styropor trennen und dann zum Altsammelstoffzentrum bringen. Spätestens dann ärger ich mich immer über den Müllberg den unser kleiner 2-Kopf-Haushalt produziert. Da ist noch VIEL Verbesserung möglich!

Autonutzung reduzieren
Insofern ihr nicht ein Elektroauto fahrt, ist jede unnötige Autofahrt nicht nur Spritverschwendung, sondern auch eine Belastung für die Umwelt. Leider ist der Verzicht auf diese imense Mobilität die wir mittlerweile haben, gar nicht einfach. Ich lebe am Land, der nächste Laden ist 6-8km entfernt und der Weg dorthin ist entweder sehr hügelig oder nicht sehr fahrradfreundlich. Kurvige Landstraßen sind nicht gerade eine angenehme Strecke für Radfahrer. Mein Arbeitsweg ist auch viel zu weit um täglich mit dem Rad hinzufahren und das idylische Landleben sorgt dafür, dass es hier kaum öffentliche Verkehrsanbindungen gibt.
Fahrgemeinschaften wäre eine Möglichkeit, aber unterschiedliche Arbeitszeiten machen das etwas unbequem und konnte mich noch nicht dafür erwärmen. Aber ich denke darüber nach!
Ich möchte dafür versuchen die unnötigen Einkaufs-Fahrten am Samstag zu reduzieren und alles gleich auf dem Heimweg unter der Woche zu erledigen. Da fahre ich dann nicht mehr als sonst auch und falls ich doch am Sa etwas kaufen möchte, könnte ich vor allem in den warmen Jahreszeiten  mit dem Rad fahren. Ebenso besuche bei der Familie, die alle schön im Umkreis von 8km wohnen. Dass ist umweltbewusst und sportlich!
Und nebenbei versuche ich die Zuständigen hier zu finden, die für den Bau eines Radweges zuständlich sind und das einzufordern. Davon würden sehr viele profitieren und je radfreundlicher unsere Städte und Umgebung ist, desto eher lassen Menschen das Auto stehen und radeln kurz wohin. Ein eigener Radstreifen ist schon lange überfällig hier finde ich! Es gibt etliche radbegeisterte Sportler, die aber leider den Verkehrsfluss behindern und zu gefährlichen Überholmanövern verleiten.
Mein Mann träumt außerdem von einem Elektroauto und hat letztes Jahr schon eine Testfahrt mit einem gemacht. Ich hoffe sie werden bald etwas preiswerter, damit sich jeder eines leisten kann.

Flugreisen meiden
Eine SEHR unbequeme Wahrheit ist, dass unsere bequemen Urlaubsreisen furchtbar schädlich für die Umwelt sind. Die genauen Vergleiche und ein paar Zahlen findet ihr HIER. Ich habe bei dem Thema das "Glück", dass wir sehr reisefaul sind und kein Fernweh haben. Ich war seit 15 Jahren nicht mehr im üblichen Sommerurlaub per Flugzeug. Wir sind viel lieber daheim und genießen den Urlaub im Garten. Aber wir sind in den letzten Jahren öfters mit dem Flugzeug nach NRW zu meinen Schwiegereltern, da mich die 9-stündige Autofahrt zu stresste. Jetzt mit Wissen um die starke Umweltbelastung von Flugreisen möchte ich das nicht mehr machen!!
Ich weiß es ist ein heikles Thema. Viele lieben ihren Urlaub in fernen Ländern und der Verzicht darauf gleicht einer Freiheitsberaubung. Aber muss es mehrmals im Jahr sein? Oder wirklich so weit weg? Mit dem Auto kann man auch sehr viele schöne Plätze erreichen :)

Energie sparen
Standard-Tipps: Standby, unnötiges Licht oder stromziehende Geräte vermeiden bzw. ganz ausschalten sind jedem bekannt. Wir verwenden auch fast ausschlielich aufladbare Batterien. Das ist effizienter und spart schadhaften Müll. Auch ein Thema wäre Ökostrom und -Energie nutzen, speziell bei Neubau geht das gut. Wir haben zB Erdwärme und ich sehe immer mehr Luftwärmeanlagen bei Neubauten. Solaranlagen wären auch eine Idee. Mein Mann hat einen hübschen Gartenbrunnen gebastelt, der solarbetrieben ist und nur plätschert wenn die Sonne scheint. :)

Mein täglicher Blick - hoffentlich bleibt uns diese herrliche Natur lange erhalten!

Mehr Grün!
Pflanzt Bäume wenn ihr Grundfläche habt und viele Blumen, die zu unterschiedlichen Monaten blühen. Unsere perfekt tief getrimmten Rasenflächen sind furchtbar kahl für Bienen, die kein Futter mehr finden durch Wildblumen. Und wie die meisten wissen sind Bienen sehr wichtig für die Bestäubung und Obsternte. Ohne Bienen würden viele Lebensmittel einfach verschwinden. Wusstet ihr, dass Bienen das drittwichtigste Nutztier sind!? Denke das ist mit die schönste und einfachste "Maßnahme" für eine gesündere Umwelt. Wer mag keine Blumen und Bäume? :)

Was fällt euch noch so ein?
Ich habe sicher ein paar offensichtliche Sachen vergessen. Erzählt mir doch was ihr schon geändert habt, jetzt umsetzen möchtet oder gerne würdet und wieso es leider nicht klappt? Lasst uns doch alle gemeinsam ein bisschen was für unseren grünen Planeten tun :) Gemeinsam kann man viel mehr erreichen und macht auch gleich viel mehr Spaß!

Quellen und interessante Artikel:
https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/saisonkalender/inhalt
http://www.regional-saisonal.de/saisonkalender
http://klima-wandel.eu/sojaanbau.html
https://www.transform-magazin.de/ausreden-fuers-fliegen-auf-dem-pruefstand/
http://www.bee-careful.com/de/initiative/warum-sind-bienen-so-wichtig/
http://www.co2online.de/service/klima-orakel/beitrag/klimafreundliches-import-obst-8766/
http://nachhaltig-sein.info/privatpersonen-nachhaltigkeit/wirkung-von-lebensmittel-transporten-auf-umwelt-infografik
http://helpv2.orf.at/stories/1688819/index.html

Kommentare:

  1. Auch bei Kleidung kann man umweltbewusst kaufen. Zum Beispiel Bio-Materialien, fair(ere) Herstellungsbedingungen, was auch das Vermeiden umweltschädlicher Stoffe bei der Herstellung einschliesst.
    Putzt- und Waschmittel auf möglichst natürlicher Basis (Waschnüsse statt Persil z.B.).

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt, daran hab ich nur halb gedacht!
      Waschnüsse haben wir vor 4 Jahren schonmal ausprobiert, aber mein Mann mochte es nicht. Hat sich eingebildet, er bekäme davon Juckreiz. Bin zwar rückblickend unschlüssig ob das der Grund war, aber er will sie nicht noch mal probieren.

      Löschen
    2. Was mir besonders bei Waschnüssen einfällt, aber ein grundsätzliches Problem sein kann: noch etwas weiter schauen als bis zum "oh, das ist natürlich, das muß gut sein!"

      Waschnüsse: sind umweltfreundlich, aber wo kommen sie her? Aus Regionen, wo die Einwohner seit Jahrhunderten mit Waschnüssen waschen. Jetzt ist die Industrie auf den Zug aufgesprungen, kauft die ganzen Waschnüsse dort weg, und die Einheimischen haben auf einmal keine (oder nur noch eine teure) Möglichkeit, ihre Wäsche zu waschen.
      Desgleichen mit Quinoa: hat niemanden interessiert, bis es als "Superfood" vermarktet wurde (und es schmeckt ja auch lecker!), und nun haben die Einheimischen dort ein ähnliches Problem, ihre Nahrungsgrundlage wird ihnen genommen.
      Oder auch Elektroautos: wo kommt denn der Strom her, mit denen sie fahren? Wasser-, Solar- und Windkraft sind tolle Sachen (ich selbst beziehe auch Ökostrom), aber zumindest in Deutschland wird sehr viel Strom noch aus Kohlekraftwerken (Luftverpestung, Kohleabbau, insbes. Braunkohle) oder Atomkraftwerken gewonnen. E-Autos halte ich daher nicht für die ideale Lösung (sind die denn, so gesehen, tatsächlich umweltfreundlicher als gute Benziner, wenn man Reichweite und neueste Motoren mitberücksichtigt? Mangels Geld war das bisher noch nie ein Thema für mich). Eher Wasserstoffautos, aber die gibts halt noch nicht wirklich (und die Autohersteller wissen auch ganz genau, warum das so ist...)

      Was ich also sagen will: auf die Umwelt und Herkunft und Regionalität achten finde ich super und sehr wichtig. Allerdings sollte man, finde ich, auch immer auf die Herstellungsweise bzw. das "Wieso, weshalb, warum" dahinter achten. Bei (kompletter) Regionalität fällt Quinoa und Waschnuss für dich natürlich eher weg, Lenja, ich wollte es aber als generellen Gedankenanstoß mal in den Raum gestellt haben :)

      Löschen
    3. Sehr wahr was du sagst und regt zum Nachdenken an.
      Völlig regional werde ich eh nie schaffen oder wollen. Aber sinnvoll reduzieren find ich gut. Manches Superfood ist laut einigen Aussagen eh nicht besser als heimische Beeren und Lebensmittel. Da darf man nicht blind auf jeden Trendzug aufspringen.

      Löschen
  2. Hallo Lenja,
    mir geht es genau wie dir und auch wir in der Familie machen uns immer mehr Gedanken. Meiner Tochter habe ich versprochen, ein gemeinsames Projekt über Nachhaltigkeit auf meinem Blog zu machen. Sie hat so viele tolle Ideen, die leider oft viel zu wenig Gehör finden. Sie ist acht Jahre alt und so klug. Ich wünschte, mehr Menschen würden sich ein Beispiel nehmen und auch den Kindern zuhören. Ich mag deine Einstellung in Bezug auf das Essen, dass du die Lasagne mit so viel Genuss essen kannst. Ich ernähre mich mittlerweile auch zum großen Teil vegan, bin dann aber manchmal sehr streng mit mir selbst und vergesse Genuss und Freude. Der Blog von healthyhappysteffi macht einen tollen Eindruck, muss ich mir mal genauer anschauen. Danke für´s Teilen. ;) Ich würde mich über neue Hochbeetfotos freuen. ;) Liebe Grüße,
    Susanne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh welch eine kluge, tolle Tochter du hast! Ich wäre sehr neugierig auf euer Blogpost über Nachhaltigkeit. Bitte informier mich doch, wenn du etwas darüber gepostet hast! Kinderaugen sehen oft Sachen sehr viel einfacher, direkter und wahrer als wir "Erwachsenen".
      Weißt du, Lasagne war vor der Ernährungsumstellung mein Lieblingsessen!! Da fällt der Genuss leicht - und ist ja nicht so als würde ich mich hinterher ein bisschen ärgern, weil mein Bauch mit 2-3 Stk. vollgestopft sind und ich denke ich sterbe :D
      Oje Hochbeetfotos. Es ist momentan noch 1/2 leer. Da muss ich mich noch drum kümmern und am WE etwas reinpflanzen! Aber hast du unser tolles, blühendes Erdbeerfeld auf Instagram gesehen? :)
      Liebe Grüße an dich und deine Tochter!

      Löschen
    2. Ja, ich geb dir total gerne Bescheid. ;) Das Erdbeerfeld ist toll!!!

      Löschen
  3. Liebe Lenja,

    ich finde es soooo toll, dass du dich damit beschäftigst! Ich denke auch immer wieder darüber nach, aber vieles kann ich leider noch nicht umsetzen, weil ich noch zuhause wohne.
    Zum Beispiel Glasboxen statt Plastikboxen. Wir haben schon fast keinen Platz für Plastikboxen (und ich nutze die leidenschaftlich gerne um mein Essen vorzubereiten), also wohin dann mit Glasboxen?
    Genauso schwierig ist Müllvermeidung. Wenn ich einkaufen gehe, hab ich einen Korb dabei und kaufe das Gemüse ohne Plastikbeutel, wenn es zeitlich klappt, geht meine Mama mittlerweile auch immer zur Gärtnerei vor Ort. Viel günstiger und regional angebaut! Nicht unbedingt bio, aber mit Sicherheit besser als Tomaten aus Spanien im Aldi...
    Sonstige Müllvermeidung ist leider ziemlich schwierig, da meine Brüder beide Sportler sind und dadurch viele Riegel oder so etwas essen... Naja, wenn ich mal ausgezogen bin, habe ich auf jeden Fall große Pläne bezüglich Glasboxen und Müllvermeidung :)

    Beim Obst hast du mich jetzt aber eiskalt erwischt. Beim Gemüse achte ich bereits auf das saisonale, aber Obst... Ich liebe Mangos! Gut, die esse ich nicht täglich, aber naja vor allem Bananen summieren sich tatsächlich. Die machen den Smoothie geschmeidig oder zum Backen oder oder oder. Mal gucken, ob da was geht :)


    (Ich muss den Kommentar trennen, es sagt mir zu viele Zeichen. Ups)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dein Glasboxen-Dilemma versteh ich nicht ganz :D Die kann man ja auch gut stapeln und teils ineinander stellen. Einzige Platz-wegnehmer sind die leeren Marmelade- oder Honiggläser. DIE kann man nicht eineinander schachteln :D Mein Mann schimpft immer mit mir, wenn die Schublade überquillt. Dann räume ich wieder aus und werfe alle unnützen Größen zum Glasmüll.
      Autsch mit den Riegeln hast du einen wunden Punkt erwischt :D Ich bin eine furchtbare Naschkatze und kaufe gerne mal Schokoriegel und das ist ja auch sehr sinnloser Müll. Vllt sollte ich versuchen eigene Müsliriegel zu machen und mit Zartbitterschoki bestreichen... Die könnte ich in Backpapier falten und in Kühlschrank lagern. Hm!
      Ja hach die lieben Früchte. Ich liebe Granatäpfel. Mango hab ich schon länger nicht mehr gegessen, weil sie so viele kcal haben. Und ja, Bananen. Hach es ist nicht leicht, ich weiß!

      Löschen
  4. Beim Fleischkonsum bin ich ganz deiner Meinung :) Ich habe da vor kurzem ein Referat drüber gehalten und ein bisschen recherchiert, ich verlinke dir mal was:
    https://www.swissveg.ch/biologischer_anbau
    http://www.foodwatch.org/de/informieren/klimaschutz/mehr-zum-thema/foodwatch-report/
    https://www.swissveg.ch/transport
    Vor allem beim letzten Link finde ich das mit den Avocados total interessant! Aber Vorsicht, die Werte weichen alle ein bisschen ab - je nach dem ob jemand für oder gegen Fleisch ist, quasi ob die Sojaproduktion (als Tierfutter) zur Produktion mit Tierfleisch mit eingerechnet wurde oder nicht, da wird noch viel schöngeredet. Aber eine ungefähre Idee geben die Zahlen schon.
    Wobei ich meine mal gelesen zu haben, wenn ein Flugzeug wirklich ausgebucht ist, hat es teilweise (also runtergerechnet) eine bessere CO2-Bilanz als ein Auto, aber ich bin mir nicht mehr sicher...
    Mich hat vor allem aufgerüttelt, - wie du schreibst, - dass das Meiste der Sojaproduktion Tierfutter ist. Das ist mittlerweile immer mein Argument, wenn jemand sagt, die Veganer mit ihrem Tofu- und Sojazeugs, das schadet dem Regenwald und so. Ne, ist nicht, erstmal soll sich der Fleischesser selbst an der Nase packen.
    Ergebnis von dem Referat war oder ist, ich mag kaum noch verarbeitete Fleischprodukte essen. Ich kämpfe noch mit Leberwurst und Cabanossi-Salami, aber ich frage mich mittlerweile nach dem Essen, ob das jetzt wirklich nötig war. Schinken oder normale Salami mag ich gar nicht mehr, speziell vor Gelbwurst, Leberkäse oder so etwas ekel ich mich sogar. Den normalen Fleischgebrauch zu reduzieren finde ich allerdings schwieriger. Er ist schon sehr reduziert und daheim frage ich immer, ob das Fleisch "glücklich", also bio ist, sonst mag ich das auch nicht essen. Aber unterwegs, also wenn man essen geht oder irgendwo zum Essen eingeladen ist, ist es schnell mal die Spagetthi Bolognese oder Chilli con Carne und dann summiert sich das schnell auf. Da bin ich noch am Überlegen, wie ich das am besten reduzieren kann.

    Unser Garten ist sehr gut bepflanzt und unser Nachbar hat Bienen. Wir haben auch fast nur Honig von ihm und dann finde ich das legitim, weil ich weiß, dass er die Bienen gut behandelt.

    Zwecks Autonutzung bin ich auch bei dir. Ich fahre ja gerne Zug/Bus, mich stört das nicht. Aber für Karate ins nächste Dorf gibt es da nicht so die Verbindung, also nehme ich das Auto. Aber du hat recht, jetzt im Sommer kann ich mal das Fahrrad nehmen. Danke für die Erinnerung! Falls ich mal mit dem Auto mitgenommen werde, lasse ich mich immer vorher an der Kreuzung absetzen, bevor man die 3 Minuten durch meine Siedlung eiert. Ein bisschen Bewegung durch Heimlaufen und Kleinvieh macht (hoffentlich) auch Mist.

    Ich glaube eine Menstruationstasse wird meine nächste Anschaffung, da muss ich mich einlesen. Wie hast du deine damals ausgewählt?

    Alles Liebe
    Anna

    P.S.: Fettlogik ist echt super. Ich bin fast durch damit und ja, es ist echt krass, was man sich mit der Zeit alles einbildet oder anerzogen bekommt (Stichwort: Teller aufessen, sonst ist schlechtes Wetter). Wird noch harte Arbeit, dass aus dem Kopf zu verbannen. :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Catara!
      Hast du schonmal getestet welcher Stoffwechseltyp du bist? Vllt fällt es dir so schwer auf Fleisch völlig zu verzichten, weil du wie mein Mann Eiweißtyp bist?
      Oh toll ihr habt einen Imker als Nachbarn! Da bin ich jetzt neidisch :)
      Ich fand Busfahren früher sehr entspannend. Meine erste Arbeitsstelle war super mit dem Bus zu erreichen und da konnte ich dann 30 Min in Ruhe lesen und den Verkehr ignorieren.
      Es gibt viele Infos online zu den Menstruationstassen und auch eine Facebook-Gruppe, die einen ganz genau berät. In letzterer bin ich zwar nicht drin, aber ich kenne jemanden, der dich vllt einladen könnte. Ich hab damals online gelesen und einfach auf gut Glück etwas bestellt und hat gut funktioniert. Wobei ich durch Materialfehler mittlerweile weiß, dass ein gut trainierter Beckenboden eine andere Steifigkeit vom Silikon benötigt. Ich weiß nicht mehr ob dann steifer oder weicher... müsste ich nochmal nachfragen. Aber das erfährt man wohl auch in der FB-Gruppe. Falls ich eine Einladung organisieren soll, schreib mir eine Email!
      hihi Schön, dass du deinen Spaß mit "Fettlogik überwinden" hast.
      Liebe Grüße zurück!

      Löschen
  5. Ja ich bin auch für mehr grün auf dieser Erde. Jeder sollte sich mit dem Thema beschäftigen und auch wirklich etwas unternehmen. Gott sei Dank lebe ich im grünen Seis am Schlern und freue mich auch jeden Tag darüber. Also Leute, tut was für eine nachhaltige Zukunft.

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Lenja,
    bei der Passage bezüglich des Kaffegenuss und der Kapselmaschine viel mir eine French Press als Alternative ein. Kennst du sowas? Sie braucht nicht so viel Platz im Schrank wie eine andere Kaffeemaschine, Kapsel-Kaffee wäre auch nicht notwendig. Oder man filtert von Hand. Das geht auch. Ein Wasserkocher wäre halt nützlich. Vielleicht ist der schon vorhanden? Nur so eine Idee von mir.

    Liebe Grüße

    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für den Tipp mit der French Press. Kannte ich, als nicht-kaffe-trinker, nicht. Sieht sehr interessant aus. Muss ich mir mal überlegen :) Wasserkochen haben wir bzw. ist unser Induktionsherd so schnell, dass auch ein Topf Wasser sehr schnell kocht.

      Löschen
  7. Ich versuche auch immer kleine Schritte zu machen. Vieles war schon selbstverständlich für mich, zB. Mülltrennung oder Stofftasche immer dabei haben, damit man keine Plastiktüte mitnehmen muss.
    Mich stört vor allem dieser heftige Plastikmüll bei Obst und Gemüse - fast alles ist extra eingepackt, vor allem bei Gurken und Bananen ist das doch schwachsinnig! Leider ist das unverpackte Obst&Gemüse meist auch deutlich teurer, was ich mir als Studentin dann wieder nicht leisten kann :/

    Wichtig finde ich auch:
    Großpackungen kaufen, Mikroplastik vermeiden (Zahnpasta, Peeling usw), für den Grill wiederverwendbare Edelstahlschalen verwenden, Glas/Edelstahl kaufen statt Plastik, elektrische Zahnbürste (der Kopf macht wesentlich weniger Plastik als ständig eine komplett neue Zahnbürste), Metallhobel statt Plastik-Einwegrasierer, usw. Es gibt schon sehr viele Kleinigkeiten, die sich dann aufsummieren!

    LG Valandriel

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bananen habe ich noch nie verpackt gesehen O.O Das ist ja bescheuert!!
      Ja für den Griller suchen wir gerade Edelstahlschalen, damit wir keine Alufolie/schalen mehr nehmen müssen! Die Metallhobel zum Rasieren interessiert mich aber jetzt. Hast du da Empfehlungen und Tipps?

      Löschen
    2. Übrigens auch hier noch eine Stimme für eine French Press! Ich trinke ja auch gar keinen Kaffee, habe aber eine solche von meinem Freund hier stehen. Nimmt kaum Platz weg und man benötigt wirklich nur Pulver und heißes Wasser - Kapselmaschinen finde ich auch schrecklich.

      Zum Hobel: Habe mir noch keinen gekauft, sondern das steht mir noch bevor. Hatte 3 verschiedene Rasierer und einen riesigen Vorrat an Klingen - das braucht sich gerade zum Ende hin auf und ich suche gerade Möglichkeiten, welchen Rasierhobel ich kaufen möchte. Ich verlinke dir einfach mal das, was ich so gefunden habe:
      http://onceuponacream.at/rasieren-ohne-plastik/
      http://remstalkind.de/rasierhobel-frauen/
      http://wastelandrebel.com/de/zero-waste-haarentfernung/
      https://zaubsie.wordpress.com/2015/08/31/rasierhobel-bericht/
      http://www.besser-leben-ohne-plastik.de/zero-waste-rasierer-ohne-plastik/

      Ich werde demnächst mal in einem örtlichen Geschäft schauen gehen und mich beraten lassen - kaufen werde ich auf jeden Fall einen Hobel! Messer, Epilierer und co sind einfach nichts für mich und Plastikrasierer nerven ...

      Löschen
    3. Hallo liebe Lenja,

      mittlerweile gibt es auch kompostierbare Wegwerfwindeln. Ich war echt glücklich, als ich diese gefunden (fairwindel.de) habe. Ansonsten produziert ein Kind rund 2000 Müllwindeln. Allerdings ist mir die Windel auch schon mehrfach ausgelaufen. Da ist mehr Vorsicht und Erfahrung geboten. Das ist wieder mal "Learning by doing." ich bin aber froh mich daruf eingelassen zu haben. So toll Stoffwindeln auch sein mögen, der Nachteil ist allerdings das energiefressende Waschen. Es nimmt sich laut Statistik energetisch wenig. Dennoch gebe ich zu, dass Stoffwindeln deutlich weniger Müll produzieren.

      Liebe Grüße,
      Thari

      Löschen
    4. Liebe Lenja!
      Ein guter, nachdenklich stimmender Artikel - da kann sich wahrscheinlich jeder an die Nase fassen!!
      Allerdings auch von mir ein Einwand zu den Stoffwindeln, weil ich mich für unsere Kinder in das Thema eingelesen habe:
      Der ökologische Fußabdruck bei Wegwerfwindeln und einer vollen(!) Waschmaschine Stoffwindeln andererseits ist identisch!
      Und leider kann Mama selten eine komplette Maschinenladung warten, weil leider einiges eingetrocknet nicht mehr sauber wird ... dann hat man die Wahl zwischen nicht sauberen Windeln oder halbvollen Maschinen, denn andere Wäsche dazu ist auch keine gute Idee ... und den Stoffwindelwäscheservice in manchen Grossstädten lassen wir besser komplett außen vor ...
      Trotzdem vielen Dank für Deine Sammlung!!
      LG, Friederike

      Löschen
    5. Die Sachen mit dem Waschen von Stoffwindeln hab ich jetzt schon von mehreren Seiten gehört und klingt einleuchend (vor allem zwecks eintrocknen, danke Friederike für diesen Einblick! Als kinderlose kann man nur durch Gelesenes lernen).

      Löschen